Winterkalkung: Vorteile und Anwendungsbereiche

Auf Grund der hohen Niederschlagsmengen und dadurch nur bedingter Befahrbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen in regenreichen Monaten ist es teilweise sehr schwierig, die gewohnte Gesundungs- und Erhaltungskalkungen durchzuführen.

Eine interessante, bodenschonende und wirksame Alternative stellt die Winterkalkung dar. Ein leicht schneebedeckter oder nur leicht gefrorener Boden ist gut befahrbar. Dadurch können auch aus Sicht des Bodenschutzes Bodenverdichtungen vermieden werden.


Ackerbau

Die wichtigste Voraussetzung für eine Kalkung im Winter sind relativ ebene Flächen, damit der ausgebrachte Kalk nicht bei der Schneeschmelze ausgeschwemmt werden kann.

Die im Winter meist saureren Niederschläge können, bevor sie in der Krume die Kalkbrücken lösen, bereits durch den ausgebrachten Kalk neutralisiert werden. Die im Kalk enthaltenen Calzium Ionen können somit besser verteilt werden.

Bei Schneebedeckung empfehlen sich kohlensaure Kalke in trockener, feuchter oder granulierter Form. Bei Kopfkalkung auf Wintersaaten sind teilgebrannte Mischkalke oder feinkörnige Branntkalke auf Grund ihrer Beisteuerung zur Boden- und Pflanzenhygiene gegen z.B.: Verpilzungsdruck vorzuziehen.


Grünland

Auf Grünland ist eine Kalkung bei Befahrbarkeit des Bodens immer möglich.

So wird eine vielfältig zusammengesetzte Grasnarbe geschaffen. Hochwertige Futtergräser mit wertvollen Leguminosen werden gefördert - diese bilden die Grundlage für eine hohe Milchleistung durch das Grundfutter.

Zur staubfreien und gezielten Kalkung werden in diesem Bereich gerne granulierte kohlensaure Kalke angewendet. Diese können einfach mittels hauseigenem Düngestreuer ausgebracht werden. Granulierte kohlensaure Kalke sind für Biobetriebe zugelassen!

Auf Wunsch sind diese Kalke auch mit zusätzlichen Nährstoffen wie Mg, P, S, Spurenelementen oder Silikaten verfügbar - somit kann eine gezielte bedarfsorientierte Ausbringung erfolgen.


Obstbau

Auch bei Spezialkulturen empfiehlt sich eine Kalkung in den Wintermonaten.

Pflanzen bzw. deren Früchte sind insgesamt gesünder und wachsen besser, wenn der pH-Wert im Boden optimiert ist. Hier eignen sich am besten der gemahlene Kohlensaure Kalk oder Mischkalk aus natürlichem Kalkstein, bei Badarf mit einem gewisschen Magnesiumanteil.

Wichtig ist eine gute, gleichmäßige Verteilung des Kalkes. Deshalb wird auch gerne auf granulierte Kalke zurückgegriffen.


Waldkalkung

Für die Waldkalkung werden üblicherweise kohlensaure Magnesiumkalke mit mehr als 15 % Magnesiumgehalt verwendet, um neben der pH-Wert Steigerung auch die Magnesiumversorgung und Basensättigung zu erhöhen.

Besonders in ihren oberen Schichten sind die Böden vieler Waldstandorte stark versauert. Eine gute Kalkversorgung im Boden unterstützt die Bildung von Grob- und Mittelporen, die für den Wasser- und Lufthaushalt im Boden wichtig sind. Nur wenn genügend mittelgroße und große Poren vorhanden sind, kann der Boden auch größere Wassermengen aufnehmen und speichern.

Im Bestand werden für die Kalkung meist Granulate ausgebracht, die mit einem kleinen Pendel- bzw. Tellerstreuer oder bei dichteren Beständen mit der Hand ausgebracht werden können. Kahlflächen können bei guter Befahrbarkeit mit einem gewöhlichem Kalkstreuer gedüngt werden.


Fragen und weitere Informationen:

office@bodenkalk.at

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