Wald

Warum Waldbodensanierung?

Veränderung des Waldbodens durch historische Entwicklung

Ein Großteil unserer Waldböden ist vor allem durch die vielfältige Nutzung in der Vergangenheit einem Bodenversauerungsprozess ausgesetzt. Historische Nutzungsformen wie die Streunutzung, Waldweide und Schneitelung führten zu teils massiven Nährstoffverlusten in unseren Wäldern. Insbesondere in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts fand eine Erhöhung der Säureeinträge in die Waldökosysteme statt.

Dieser Eintrag geschah vor allem durch den sauren Regen, der zu Zeiten der Industrialisierung einen pH-Wert von 4,1 hatte. Die Folge war eine Verschiebung des ursprünglich neutralen pH-Bereiches in ein saures Milieu, an das sich der Wald teilweise angepasst hat.

 

Bildquelle: Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft

Nadelvergilbung in Folge von Mg-Mangel

Saurer Waldboden

Folgen eines sauren Waldbodens

Das saure Milieu bringt für das Ökosystem Wald einige Nachteile mit sich. In den Auflage- und A-Horizonten unserer Wälder werden heute häufig pH-Werte von 2,9 bis 4,0 gemessen. Das führt zu einer Beeinträchtigung der vielfältigen Funktionen des Bodens (Speicher-, Puffer-, Filterfunktion usw.). Saure Böden verhindern oftmals auch ein Aufkommen von Mischbaumarten (häufig Laubhölzer), die zumeist höhere Ansprüche an den Boden stellen als beispielsweise Fichten oder Kiefern.

Ein ganz wesentlicher Nachteil ist, dass ab pH-Werten < 5 zunehmend die Auflösung von Tonmineralen und eine Freisetzung von Aluminium im Boden stattfindet. Das bedeutet eine massive Verschlechterung des Bodens, da die Tonminerale sich nicht wieder zusammensetzen lassen. Tonminerale sind für eine gute Ertragsfähigkeit der Böden entscheidend. Da sie negativ geladen sind, wirken sie wie „Magnete“, die positiv geladene Nährstoffe wie bspw. Kalzium, Kalium, Magnesium usw. halten und so für die Pflanzen zur Verfügung stellen.

Nicht zuletzt wirkt die Freisetzung von zu viel Aluminium im Boden auf die Pflanzenwurzeln giftig, was dazu führt, dass diese die betroffenen Bodenhorizonte meiden und nur sehr flach wurzeln. Das bedeutet, dass der Bestand einerseits aufgrund fehlender Durchwurzelung instabil ist und andererseits schlecht mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird.

 

Bildquelle: Sonderdruck aus AFZ-Der Wald 10/11/12/2020. Foto: K.v. Wilpert

Versauerungsbedingter, extrem flacher Wurzelteller

Maßnahmen gegen einen sauren Waldboden

Wie kann der Waldboden wieder in den ursprünglichen neutralen pH-Wert zurückgeführt werden?

Um die niedrigen pH-Werte wieder in den optimalen Bereich zu bringen, bietet sich eine Waldbodensanierung an. Diese wird von Bodenkalk angeboten und kann individuell für jeden Wald angepasst werden.

Grundlage für eine Waldbodensanierung sollte immer eine Bodenanalyse sein. Diese gibt Aufschluss über wichtige Bodenparameter wie den pH-Wert, das Nährstoffspeichervermögen, die Nährstoffverfügbarkeit u.v.m. Anhand der Analyseergebnisse kann dann eine fundierte Kalkungsempfehlung abgegeben werden.

Insbesondere als Teil eines waldbaulichen Sanierungskonzeptes kann eine Waldbodensanierung gut eingesetzt werden. Auf stark versauerten Standorten ist die Anhebung der Nährstoffverfügbarkeit und eine ausreichende Basenzufuhr oft die Voraussetzung, um etwa anspruchsvollere Mischbaumarten zu fördern.

Welchen Nutzen bringt eine Waldbodensanierung?

Wenn zum Beispiel auf einem versauerten, sekundären Nadelwald eine klimafitte Waldgesellschaft mit anspruchsvolleren Laubbaumarten etabliert werden soll, kann eine vorhergehende Waldbodensanierung helfen. Denn viele Laubbaumarten haben einen höheren Anspruch an den pH-Wert. Oftmals gibt es aus diesem Grund Probleme bei der Aufforstung mit Laubholz, weil die Böden zu sauer sind.

Magnesiummangel in Fichtenwaldböden, in denen Schadausprägungen durch Krankheitserreger (z.B. Sirococcus) zum Vorschein kommt, kann mittels Waldbodensanierung und Entnahme stark befallener Individuen gemildert und somit der Zuwachs gesteigert werden. Durch eine Waldbodensanierung kann auch das Bodenleben und somit ein aktiver Humus gefördert werden. Die Erhöhung des pH-Wertes kann zu einer besseren Durchwurzelung und damit einhergehend zu einer besseren Wasser- und Nährstoffversorgung für die Pflanzen führen.

Auch die Bestandesstabilität wird durch Waldbodensanierung gefördert. Durch das angeregte Bodenleben gibt es neben der Humusaktivierung auch mehr Poren im Boden und dadurch kann das Wasser vom Boden besser aufgenommen werden. Das Wasser wird im Boden besser gehalten und steht den Bäumen zur Verdunstung zur Verfügung. Ein unerwünschter oberflächlicher Abfluss, der bei Starkregenereignissen zu Hochwässern und Murenabgängen führt, kann auf diese Weise wesentlich abgemildert werden.

Ein langjähriger Sanierungsversuch in einem österreichischen Forstbetrieb hat gezeigt, dass sich wenige Jahre nach der Waldbodensanierung erste positive Folgen zeigen, welche bis zu 35 Jahre anhalten. Laut dem Versuch rechnet sich eine Waldbodensanierung nach 6 bis 10 Jahren. Es wird ein Kalkungsintervall von 20 Jahren für eine dauerhafte Wirkung empfohlen.

 

Bildquelle: Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft

Christbaumkulturen fördern mittels Waldbodensanierung

Auch für Christbaumkulturen ist eine Sanierung mittels Kalkung mit Magnesiumkalk gut geeignet. Durch das Einbringen von Kalk, wird der pH-Wert stabilisiert bzw. in den optimalen Bereich gebracht. Das bringt den Vorteil, dass die Forstpflanzen ein weitreichendes Wurzelwerk im Boden ausbilden können, und so Nährstoffe und Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen. Außerdem wird die Zersetzung und der Abbau der schwer zersetzbaren Nadeln angekurbelt, was wiederum ein höheres Nährstoffangebot im Boden und damit letztendlich mehr Nährstoffe für die Pflanzen bringt.

Magnesium, das ein wichtiger Baustein für das Chlorophyll ist, sorgt für vitale, grüne Nadeln, was insbesondere bei Christbäumen sehr wichtig ist, da die Kunden gerade bei Christbäumen hohe Ansprüche an das Aussehen haben. Ein weiterer positiver Effekt von Kalk ist, dass durch die Erhöhung des pH-Wertes die Pilzflora, die sich vor allem bei niedrigen pH-Werten ausbildet, minimiert werden kann.


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